5/19/2018

Emotionaler Esser - whatever the problem is, the answer is not in the fridge.






























Mir ist langweilig. Essen. Ich bin enttäuscht. Essen. Ich fühle mich unsicher. Essen. Ich habe Angst. Essen. Mir lastet Druck auf den Schultern. Essen. Ich bin gestresst. Essen. Ich bin traurig. Essen.

Es gibt Menschen, die bekommen in stressigen Lebensphasen oder nach einer schweren Trennung keinen Bissen mehr herunter. Dazu kann ich mich nicht zählen. 

Lange ist es her, dass mir plötzlich bewusst wurde und ich realisiert habe, dass ich Situationen erlebe, in denen ich nicht aus Hunger oder gar Appetit auf irgendein bestimmtes Lebensmittel zu Essen greife. Süßes, Salziges, Deftiges. Im ersten Moment mache ich da keine Unterschiede, bis ich gelernt habe, dass das Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln eine ganz klare Bedeutung hat. Ich habe viel recherchiert, mich belesen, Erfahrungsberichte durchforstet. 

Mir wurde schnell klar, dass ich es irgendwie in den Griff kriegen musste. Hosen kniffen, wenn sie überhaupt zugingen. Meine Haut wurde schlechter, meine Laune sowieso. Denn das Schlimmste: Es ist ein Teufelskreis! Und Essen ist einfach nicht die Lösung.

Wie erkennt man emotionalen Hunger?

Wenn man richtig in sich und seinen Körper hineinhorcht, kann man mit ein wenig Übung schnell entscheiden, ob man ein Hungergefühl oder einen emotionalen Hunger verspürt. Diese Merkmale sind bei mir sehr herausstechend:
1. der Hunger taucht plötzlich auf, nicht vereinbar mit meinem eigentlichen Hunger-Rhythmus
2. der Hunger meldet sich nicht im Magen, sondern eher im Kopf, auf der Zunge, in der Kehle
3. der Hunger verschwindet nicht nach den ersten Lebensmitteln und fühlt sich unstillbar an ("Loch im Bauch")
4. durch die Tatsache, dass man unersättlich zu sein scheint, ist die fehlende Sättigung deprimierend, in einigen Fällen führt dies zu schlechtem Gewissen

Aber was tun, wenn man emotional hungrig ist?

Am Wichtigsten ist es, sich bewusst zu machen, was man gerade für Gefühle hat, weshalb man zum Essen greifen will. Also habe ich angefangen, in solchen Situationen aufzuschreiben, was mir durch den Kopf geht. Das sorgte nicht nur für Ablenkung, sondern auch für Klarheit. Muster wurden klarer, gegen die man ansteuern sollte.

Natürlich ist es nicht immer die perfekte Lösung. Manchmal braucht man einfach auch Seelenfutter wie Schokolade, ein Glas Wein. Das ist dann auch überhaupt kein Grund, frustriert zu sein. Da hilft einfach nichts anderes, aus dem einfachen Grund, dass die Seele manchmal einfach Hunger hat und es nur gesund ist, die Balance zu wahren und auch mal nicht so streng mit sich zu sein.
Aber es wird besser. Jede Konfrontation meistert man leichter. Ein emotionaler Esser zu sein bedeutet also keinesfalls, auf Essen verzichten zu müssen und sich 24/7 streng zu kontrollieren. Ganz im Gegenteil. 
Lockerlassen. Loslassen. 

Denn: whatever the problem is, the answer is not in the fridge (oder in der Süßigkeitenschublade).



5/02/2018

LIFEUPDATE - Monatsrückblick April

Gemeinsam mit dem neuen Monat Mai habe ich mir einiges Neues vorgenommen und ein Monatsrückblick für regelmäßigere Blogbeiträge zählen auch dazu.



In Erinnerung schwelgen an...
Budapest war für mich eine ganz neue Erfahrung, wie ein Urlaub funktionieren kann. Die wunderschöne Stadt habe ich zum zweiten Mal und diesmal mit meiner besten Freundin erkunden dürfen. Schweigsam sind wir durch die Straßen geschlendert, Abends bei unglaublich gutem Essen, einem immer leckeren Glas Wein haben wir uns ausgetauscht und Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. "Schatz, wir müssen uns nicht den ganzen Tag unterhalten, wir kennen uns schon über 10 Jahre!" - ein Urlaub mit wenigen Worten, aber umso mehr Zeit und Zweisamkeit um Energie zu sammeln für den neuen Monat. Und rückblickend kann ich sagen: Zum Glück haben wir diese Extra-Energie getankt!


Das erste Mal in diesem Jahr getan...
Fahrrad fahren durch den Park, ans Wasser, durch die Stadt, neue Ecken entdecken und alte Schätze wiederfinden. In Paperbaghosen (klicke hier). Hätte mir nicht mal vorher jemand sagen können, wie unglaublich bequem diese Hosen sind? Ich will mehr! Mehr Eis! Mehr Experimente. Gurke, Schokoladensorbet, Heidelbeere,...


geplant...
Mein Schlafzimmer aus der weißen Hölle rausholen, ein bisschen umdekorierten, streichen, mit Licht arbeiten, gemütlich machen, tausende Inspirationen von Pinterest einholen, Regentage abgewartet und dann doch...


verworfen...
Meine Haare eigenständig in irgendeinem schönen goldig reflektierenden helleren Braunton zu färben. Falls Friseure unter euch sind: Bitte steinigt mich nicht. So viel haben meine Haare schon erlebt. Jahreszeitlich möchte ich etwas verändern und der kommende Sommer ruft: Hell mich auf!
*Fail*


neu für mich (wieder)entdeckt...
Lesen im Park (hier: Das Wiedersehen im Café am Rande der Welt). Manche meiner Freunde sagen mir immer, dass sie ungern alleine sind. Ich liebe es! Wenn ich mich dazu entschließe, Zeit für mich, zur Regeneration, zur Energiesammlung, zum grübeln, zum genießen oder einfach zum lesen zu verbringen ist das ein wahnsinnig dankbares Gefühl, was sich da in mir breitmacht. Muss ich öfter machen.
Blumen im Park sind mir aber nicht genug, deswegen sind das erste Mal Bloomon-Blumen bei mir eingezogen! Was für ein wahnsinnig schöner, stolzer, farbiger Strauß. (Möchtest du ein Bouquet bestellen und eine extra Vase kostenlos dazu bekommen? Klicke hier. KEINE KOOPERATION.) Das heitert mich auf, genauso wie mich kreativ ausüben. Gerade, wenn ich mit Gedanken und Gefühlen konfrontiert werde habe ich das Handlettering für mich als schöne Aktivität entdeckt. Gedanken aufschreiben tue ich schon länger, aber sie in etwas Bildliches zu schmücken fühlt sich gut an.


in Vorfreude auf...
Mehr Fahrrad, Sonne tanken, Frühlingstemperaturen, Gemüse der Saison! Berlin, Uni!


3/13/2018

Das Leben eines Mittzwanzigers. Ein bisschen Ehrlichkeit.

Der März ist ein chaotischer Monat. Es ist nicht Winter, nicht Frühling. Wettertechnisch springt er umher. Gefühle wie eine Achterbahnfahrt. Der März repräsentiert das komplette Leben wohl ganz gut. Ein einziges Auf und Ab.

Wenn du dann noch in deinen Mittzwanzigern bist, hast Du es nicht leicht. Vielleicht fragst du dich, wer du gerade bist und wer du eigentlich sein willst. 
Das tue ich zumindest aktuell.

Ich bin ganz ehrlich, ich ziehe gerade quasi blank. Bis auf die nackte Haut. Vielleicht empfindest du auch schon länger so und wieso um Himmels Willen spricht es keiner aus? 
Ich fühle mich rastlos. Habe keine Orientierung und weiß nicht, wo ich zu suchen anfangen soll. Denke über Reisen nach, lese schlaue (und wirklich gute Bücher) und habe eine Erwartungshaltung an diese Ideen, fremden Worte, dass sie mir irgendetwas geben. Mehr von mir, wie ich sein will, Veränderung, "Selbstfindung". 


Was Social Media damit zu tun haben könnte

Aber habe ich diese Ideen, tue ich diese Dinge, weil ich es wirklich will, oder weil ich es wirklich zeigen will? Schon längst ist meine Aktivität auf Social Media wie z.B. Instagram bekannt, aber aktuell merke ich einfach, wie wenig Freude ich daran habe. Ganz im Gegenteil. Ich bin in die Erwartungshaltung gegangen.  Ich tue Dinge, um sie zu zeigen. Wie Schwachsinnig sich das anhört, aber ich bin bestimmt nicht die Einzige.

Größtenteils aufgewachsen ohne Internet und die ständige Bereitschaft, erreichbar zu sein. Ich bin 23 Jahre alt, Studentin, und aktuell überfordert es mich. Ich beobachte, wie ich, erstmals ohne es zu registrieren, ständig - und ich meine wirklich ständig - an mein Handy gehe. Ohne eine Idee, eine Aufgabe, einfach so. Schaue drauf, scrolle durch, öffne Chatfenster, in denen sich doch ganz offensichtlich nichts verändert hat. Ich bin deprimiert.

Ich möchte Erfüllung spüren, weiß aber nicht, wo ich anfangen soll zu suchen. Aber ich weiß, wo ich aufhören muss: Online.

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Das Leben eines Mittzwanzigers outet sich gerade als ziemlich kompliziert, aber vielleicht ist es einfach das Leben. Vor dem Spiegel stehen, sich betrachten und nicht zu wissen, wer man ist. Zu lernen, dass man sich bisher auf Dinge reduziert hat, die nicht 365 Tage im Jahr gegeben sind, dass Du auch ein Mensch außerhalb von Arbeit und Erfolgserlebnissen bist. Aber wer möchtest du da sein? Diese Frage erweist sich mir gerade als schwierig und höchst emotional. Ich habe mir Zeit genommen, über diese Frage nachzudenken und Antworten gesucht, teilweise gefunden, mich sortiert, bin vielleicht ein Schritt weiter gekommen, auch wenn ich zuvor gefühlt fünf Schritte zurück gegangen bin. Aber ich habe die Emotionen angenommen, ich lasse es laufen, was auch kommen mag. Ich registriere.

Verdränge deine Emotionen nicht, nimm sie wahr, und akzeptiere sie. So ist es einfacher, mit ihnen zu leben.
Glaube ich. 



2/27/2018

Warum ich gerade single sein möchte.

Zwei Jahre ist es her, als ich meine erste, relativ ernste Beziehung geführt habe. Ich bin nie der Typ Mensch gewesen, der seine ersten Liebeserfahrungen mit 13,14 Jahren gemacht hat. War damals immer schon der Single. Der Unterschied zu heute ist allerdings, dass ich es jetzt mit meinen fast 24 Jahren sein will. Was aber heißt es für mich, ein Single zu sein?
Ich habe in den zwei Jahren gemerkt, wie wertvoll dieses Alter für einen selbst ist, wie viel Raum ich mir persönlich geben möchte, um weiter zu wachsen, um mich selbstreflektierten zu können und um zu lernen, dass die Liebe von mir für mich die wichtigste Liebe ist.

Ich war Anfang des Jahres an einem Punkt, da konnte ich sagen "Ich bin glücklich und zufrieden mit dem, was ich habe, aktuell mit dem, der ich bin." und dann, keine zwei Tage später, kam ein Mann in mein Leben gestolpert. Ich bin wirklich selten hin und weg - doch da war ich es. (Hört es sich tatsächlich so ekelig kitschig an, wie ich es empfinde?). Jedenfalls haben wir uns wochenlang gedated. Ich dachte tatsächlich, jetzt, wo ich nicht mehr nach einer Beziehung schreie, da passiert es. Ich habe mich darauf eingelassen. Doch irgendwann war ich an einem Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass es nicht passt. Aus einem einfachen Grund: Beziehung ist Arbeit. Arbeit kann Spaß machen. Muss es aber nicht. Und ich habe für mich herausgefunden, dass ich diese Arbeit mit diesem Menschen nicht eingehen möchte. Ich brauche mehr Raum. Vielleicht merkst du, dass du auch gerne mehr Raum brauchst, dich wunderst, warum es aktuell mit niemandem ernsthaft zu funktionieren scheint. Das liegt nicht daran, dass er oder sie oder du oder ich nicht gut genug sind. Sondern wir sind vielleicht einfach noch nicht bereit und es wartet etwas Schönes auf uns, wenn wir uns danach fühlen. 

Das soll nicht heißen, dass du niemals einen Mann treffen und kennenlernen wirst. Es ist großartig neue Menschen kennenzulernen, ihre Geschichten zu hören und vielleicht sogar in einigen Geschichten mitzuspielen. Aber von Menschen, die du kennenlernst und bei denen es aus unterschiedlichsten Gründen nicht passt, lernst du genauso viel: Das, was du nicht möchtest. Was sich nur schwer mit deinem Leben oder deiner Einstellung zu Beziehungen vereinbaren lässt. Und das ist definitiv okay so. 

Schätze die Zeit und den Raum mit dir selbst so sehr, dass du eine Beziehung zu einem Mann oder zu einer Frau nicht mehr als das Nonplusultra definieren würdest, so wie es damals mit 18,19 Jahren vielleicht war, sondern als Bonus. Für dich. Ein schönes Gimmick, was dir den Alltag erleichtern und den Sommer noch schöner machen würde. Aber es ist keine Notwendigkeit mehr für dich, eine Beziehung führen zu wollen, um glücklich zu sein. Das kannst du längst sein. Mit dir.